Design Preis Schweiz 2017/18: Die Nominierten in der Kategorie Furniture Design

Design Preis Schweiz 2017/18: Die Nominierten in der Kategorie Furniture Design

Mit 45 Nominationen weist die Edition 2017/18 des Design Preis Schweiz einen neuen Höchststand aus, die Vielfalt der selektierten Arbeiten beweist den soliden Querschnitt durch das helvetische Designschaffen. Bis zur Preisverleihung am 3. November in der Langenthaler Markhalle zeigen wir einige der nominierten Projekte. Heute legen wir den Fokus auf die in der Kategorie Furniture Design nominierten Möbel.

Die Sitzbank-Serie WEDA des jungen Aarauer Industriedesigners Daniel Wehrli für Zoom by Mobimex versteht sich als Neuinterpretation eines traditionellen Möbeltypus: die Bank überrascht mit auffälliger Länge. Auch wenn sie in erster Linie für ein gemeinsames Sitzen am Tisch entwickelt wurde, kann man sie genauso gut solitär nutzen – zum Beispiel in einem Eingangsbereich oder in Warteräumen. Um die Bank trotz einer maximalen Länge von 2,4 m möglichst leicht zu halten, besteht sie aus einem aufwändig konstruierten und zugleich filigran wirkenden Rahmen aus Massivholz; wahlweise aus Eiche, Nussbaum oder Esche. Die Nominatoren loben WEDA, weil es das Potenzial dieses heute in Innenräumen eher selten genutzten Möbeltypus neu auslotet.

Die Bank von Daniel Wehrli aus der Vogelperspektive, Sitzfläche mit orange-rotem Bezug

Bei Hypercollection des Lausanner Egli Studio handelt es sich um ein modular aufgebautes Möbelsystem, das vor allem für den Einsatz im modernen Grossraumbüro konzipiert wurde. Dort soll es bestimmte Arbeitsbereiche begrenzen, ohne sie vom Grossraum völlig abzuschotten. Hypercollection verbindet Variantenreichtum mit Flexibilität und ist auf eine industrielle Serienproduktion hin entworfen worden. Das System besteht aus wenigen Elementen: dünnen, lackierten Edelstahlrohren für die Tragkonstruktion und beschichteten Platten aus SwissCDF – Compact Density Fibreboard –, aus denen die horizontalen Flächen wie Tischplatten und Regaltablare gefertigt sind. Im Fall der Sessel kommen Schaumstoff und Textilbezüge hinzu. Die Farben aller Elemente sind nach individuellem Wunsch wählbar. Für die Montage ist einzig ein Inbusschlüssel erforderlich. Die Nominatoren kommentieren ihre Wahl als eine überzeugende und zeitgemässe Antwort auf die Bedürfnisse heutiger Büromöblierung. Nebenbei bemerkt: Das Regalsystem wurde mit finanzieller Unterstützung der Ikea Stiftung Schweiz entwickelt.

Die Hyperkollektion umfasst ein Regal, eine Pendelleuchte, eine Garderobe, ein Beistelltisch und einen Sessel.

Das Hypershelf: dünne Stahlstäbe zeichnen die filigrane Konstruktion aus.

Als Mischung aus Pult und Sekretär präsentiert sich der Schreibtisch Ovolo des Zürcher Designers Moritz Schmid für Röthlisberger Kollektion. Ovolo besteht aus einer von V-förmig angeordneten Holzbeinen getragenen Tischplatte und einer leicht abgewinkelten, gut 20 cm hohen Rückwand, die durch zwei als Buchstützen ausformulierte Holzelemente konstruktiv miteinander verbunden werden. Die Tischplatte und die magnetische Rückwand sind beidseitig mit einem durchgehenden Stück Linoleum belegt, sodass im Winkel eine muldenartige Rinne entsteht, die sich als Ablage für Schreibutensilien und Gerätschaften anbietet. Die Nominatoren loben Ovolo als ein in jeder Hinsicht durchdachter und in sich schlüssig umgesetzter Entwurf. Die Idee, die Tischplatte und die Rückwand mittels doppelter Linoleum-Auflage optisch miteinander zu verbinden, erschien ihnen neu und originell.

V-förmig angeordneten Holzbeine tragenen die Tischplatte, nach hinten ist sie leicht angewinkelt und leitet in eine 20 cm hohe Rückwand über.

Die Stabelle ist ein traditioneller, im deutschsprachigen Alpenraum verbreiteter Stuhltyp. Aus Massivholz gefertigt, zeichnet er sich durch schräg gestellte Beine und eine in der Sitzfläche verankerte Rückenlehne aus. Seit Jahrhunderten in bäuerlichen Haushalten gebräuchlich, findet man ihn bis heute häufig in Gaststätten, Berghütten sowie in ländlich-rustikalen Wohnungseinrichtungen. Stabellö entwickelte der Hersteller Röthlisberger Kollektion in Zusammenarbeit mit der in London ansässigen Desigerin Tomoko Azumi. Der Stuhl nimmt traditionelle Elemente auf und interpretiert ihn an entscheidender Stelle jedoch neu: Um den Sitzkomfort zu verbessern, besteht die in zwei Varianten erhältliche Rückenlehne aus dreidimensional verformtem Schichtholz. Die Verbesserung würdigen die Experten mit der Nomination, weil sie als Neuinterpretation des uralten Stuhltyps und ihre erheblich funktionale Aufwertung mit sich bringt.

Die neue Stabellen-Familie der Röthlisberger Kollektion

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Inter IKEA Systems B.V. 2018