«IKEA nutzt seine Grösse, um einen positiven Einfluss auszuüben»

«IKEA nutzt seine Grösse, um einen positiven Einfluss auszuüben»

Thomas, wie beurteilst du die Nachhaltigkeitsanstrengungen von IKEA in ihrer Gesamtheit?
Grosse Unternehmen wie IKEA haben eine grosse Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt. Dies bedeutet aber auch, dass ein solches Unternehmen Möglichkeiten hat, wirklich etwas zu verändern. IKEA nimmt ihre gesellschaftliche und ökologische Verantwor­tung meiner Meinung nach sehr gut wahr und nutzt ihre Grösse – in Zusammenarbeit mit NGOs –, um einen positiven Einfluss auszuüben. IKEA ist sehr aktiv in den Bereichen Energie- und CO2-Reduktion, pflegt einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und nimmt auch im sozialen Bereich – ich denke da etwa an das Flüchtlingsintegrationsprogramm – eine Führungsrolle ein. Dass sich IKEA schliesslich sowohl in der Schweiz wie auch auf globalem Level für strengere CO2-Ziele und andere klimarelevante Vorstösse und Initiativen einsetzt, ist sehr wertvoll.

Selbstverständlich kann und muss IKEA – wie wir alle – noch mehr machen. Sie muss die in ihrer Nachhaltigkeits­strategie People & Planet Positive gesteckten Ziele bis 2020 erreichen und darüber hinaus neue ambitionierte Ziele setzen.

Die illegale Rodung von Wäldern ist ein grosses Problem. Wie beurteilst du das Engagement von IKEA – auch zusammen mit dem WWF – für eine nachhaltige Holzwirtschaft?
IKEA war 1995 eine der Mitbegründer/innen des Forest Stewardship Council (FSC), der für nachhaltige Forstwirt­schaft steht. IKEA hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 100 % des verwendeten Holzes, Kartons und Papiers aus FSC-zertifizierten Quellen stammt. Daneben investiert IKEA in Innovationsprojekte im Bereich Ressourceneffizienz. So kann sie dank eigens entwickelten Wabenstrukturen aus der gleichen Menge Rohmaterial viermal mehr Produkte herstellen.

Der WWF arbeitet mit IKEA zusammen, um den Anteil an Wäldern mit FSC-zertifiziertem Holz zu erhöhen. So können wertvolle Wälder identifiziert und geschützt werden, und gleichzeitig stärkt es die nationalen Holzwirtschaftsstandards in Europa und Asien.

Baumwollanbau benötigt viel Wasser, viele Chemikalien und Pestizide. IKEA nutzt heute 100 % der Baumwolle aus nachhaltigen Quellen. Wie beurteilst du den Schritt von IKEA?
IKEA und der WWF haben als Mitbegründer der Better Cotton Initiative (BCI) einen wichtigen Beitrag geleis­tet, um den Baumwollanbau nachhaltiger zu gestalten. Wenn ein Unternehmen von der Grösse IKEAs, das knapp 1 % der globalen Baumwollproduktion beansprucht, auf nachhaltig angebaute Baumwolle setzt, hat das einen grossen Einfluss auf die globalen Märkte.

Der WWF unterstützt IKEA bei mehreren Projekten in Pakistan und Indien, wo Bauern Anbautechniken nach BCI-Standards kennenlernen, die den Wasser-, Pestizid- und Chemikalienverbrauch noch weiter reduzieren. Bereits mehr als 40’000 Bauern haben profitiert und konnten dabei sowohl ihren Gewinn erhöhen als auch die negativen Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren. Der positive Nebeneffekt ist, dass sich andere Firmen ebenfalls für solche Programme interessieren und so zu potenziellen Partnern werden.

Inter IKEA Systems B.V. 2018