FoodHack – Teamwork für eine bessere Zukunft

FoodHack – Teamwork für eine bessere Zukunft

Am Wochenende des 29. und 30. Oktobers trafen sich 50 Leute, die sich noch nie zuvor begegnet waren, in Genf zu einem Event mit dem Ziel, neue Wege zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung in der Schweiz zu finden. Der Event war aus drei Hauptfrustrationen entstanden:

#1
In der Schweiz gibt es viele Projekte und Unternehmen, die in den Lebensmittel- und Nachhaltigkeitssektoren tätig sind, die jedoch in der Öffentlichkeit und untereinander einfach nicht genügend bekannt sind.

#2
2.3 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in der Schweiz jedes Jahr weggeworfen.

#3
In der Schweiz herrscht eine Kultur vor, in welcher Lebensmittel und Abfall als eine normale Gegebenheit angesehen werden.

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Der Event zielte darauf ab, diese drei Frustrationen auf folgende Art und Weise anzugehen:

#1
Eine Plattform anbieten, auf welcher die bestehenden Projekte und Unternehmen in der Schweiz zusammenkommen und gefördert werden können.

#2
Die Öffentlichkeit für das Thema Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren und sie zu Alternativen für einen besseren Umgang mit Lebensmitteln hinzuführen.

#3
Unternehmer, Unternehmen und Experten auf lokaler und internationaler Ebene dazu bringen, diese sozialen Standards zu hinterfragen.

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Um an der FoodHack Geneva teilzunehmen, mussten sich die Leute anmelden. Danach wurden sie aufgrund ihrer Kompetenzen, ihrer Erfahrung und ihrer Motivation zur Teilnahme ausgewählt. Mit nur 36 Stunden Zeit zur Schaffung ihrer Projekte wurden die Teams darin angeleitet, Start-ups mit funktionierenden Geschäftsmodellen und Prototypen aufzubauen. Von den ursprünglich 23 Ideen wurden die besten 8 ausgewählt und den Teams aus 4–6 Leuten zugeteilt.

Jedes Team bestand aus einer gesunden Mischung aus Entwicklern, Designern und Unternehmern. Die Teilnehmenden arbeiteten während 36 Stunden und erhielten Unterstützung durch die FoodHack-Mentoren von WWF Schweiz, UNOPS, Foodways, Too Good To Go, EPFL Innovation Park und anderen mehr. Am Ende des Events unterbreiteten die Teams ihre Projekte einer Jury von Experten, die diese anhand festgelegter Kriterien beurteilten. Am Ende des Hackathon wurden die Projekte nach den folgenden 6 Kriterien bewertet: Geschäftsmodell, Kundenvalidierung, technische Durchführung, Design, Teamstärke und Präsentation. Die Siegerprojekte sind:

Can Soup  – Gemüse, das im Laden nicht mehr angeboten wird, zu einer leckeren Suppe verarbeiten und in Büchsen abfüllen.

Problem
Absolut geniessbares Gemüse, das vom Aussehen her nicht den von Kunden erwarteten Standards entspricht, wird oft weggeworfen und ist so Teil der 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittel, die in der Schweiz verschwendet werden.

Lösung
Wir nehmen den Supermärkten und lokalen Produzenten ihr «hässliches”»Gemüse ab und verleihen ihm neues Leben als Büchsensuppe.

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Wintel  – Lebensmittelabfall-Know-how als Dienstleistung.

Problem
Das Fehlen von zugänglicher und verständlicher Information bezüglich Lebensmittelverschwendung für Unternehmen in der Schweiz und in Europa.

Lösung
Eine Plattform mit Online-Informationen und analysierten Daten für hauptsächlich kleine bis mittlere Betriebe (D2B: Data-to-Business), damit diese wissen, wann, wie und zu welchem Preis Lebensmittel erhältlich sind, die sonst weggeworfen würden, um sie dann so in ihre Wertschöpfungskette einzufügen; Schaffung neuer Verbindungen und somit Schaffung eines Mehrwerts für ihr Unternehmen.

Left Lovers – Eine Online-Plattform, wo Menschen ihr Essen teilen können.

Problem
Von 130 befragten Personen vergessen 73 % ihre Essensvorräte oder -resten im Kühlschrank.

Lösung
Wir bieten eine App, mit der Leute in ihrem Umfeld ihr rohes oder gekochtes Essen teilen können, anstatt es wegzuwerfen, womit die Lebensmittelverschwendung in Privathaushalten reduziert werden kann.

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Ein wichtiger Teil des FoodHack Geneva war es, sicherzustellen, dass die während des Wochenendes erarbeiteten Projekte nachher nicht im Sand verliefen. Dank einer Pipeline-Partnerschaft mit Food.OpenData für alle interessierten Teams und einem möglichen Zugang zum Bootcamp von Climate-KIC in Österreich für das Can-Soup-Siegerteam verfügen die Teams über die nötigen Mittel, um ihre Projekte weiterzuentwickeln, wenn sie dies wollen.

Nach verschiedenen Events und Workshops in London, Istanbul und der Schweiz in den letzten fünf Jahren und an weiteren Locations konzentriert sich das Organisationsteam jetzt darauf, seine eigene Zusammenarbeits- und Events-Location in Lausanne aufzubauen. Die Location soll unter einem Dach sowohl Schweizer als auch Leute aus der ganzen Welt vereinen und Raum bieten für ungestörtes Arbeiten, flexible Büroflächen, gemeinsame Events, Unternehmer-Workshops und vieles mehr.

Möchtest du deinen eigenen Hackathon organisieren und weisst nicht, wo anfangen? Lies mehr dazu unter “How To Organise An Amazing Hackathon”, verfasst durch das FoodHack Team.

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Arman Anaturk

Arman Anaturk, sozialer Unternehmer, leidenschaftlicher Foodie und Vizepräsiden von «One Roof».

© by Julien Dejeu
Tags: Essen hackathon Lebensmittel lebensmittelverschwendung Nachhaltigkeit Startup
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