Vier Schritte<br /> zur Solaranlage

Vier Schritte
zur Solaranlage

Unter der Marke good-E vertreiben IKEA und ihr Partner Helion Solar AG seit Sommer 2016 schweizweit Solaranlagen. Im Einrichtungshaus und online können Interessierte ein unverbindliches Angebot bestellen. Nach einer Anzahlung kommt ein Solar-Spezialist von good-E nach Hause und klärt die baulichen Details. Im Gespräch mit Gian André Krieg, Projektleiter bei good-E, erfahren wir, wie unkompliziert man zur preisgünstigen Solaranlage kommt – und auf was man dabei achten muss.

Raphael Rossel: Welche baulichen Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit man auf einem Dach eine Solaranlage montieren kann?
Gian André Krieg: Entscheidend ist der Zustand des Dachs. Ziegel haben in der Regel eine Lebensdauer von einem halben Jahrhundert. Es kommt immer wieder vor, dass wir im Rahmen der Vorabklärung auf Dächer treffen, die 30 oder 40 Jahre alt sind. Gemeinsam mit dem Kunden wägen wir ab, ob es sich noch lohnt, eine Anlage auf ein altes Dach zu montieren. Das muss von Fall zu Fall entschieden werden. In jedem Fall aber hat die Solaranlage eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren – oder mehr. Man will also vermieden, dass man in dieser Zeit das Dach sanieren muss.

Im Umkehrschluss heisst dies, dass ihr Solaranlagen nur auf Dächer montiert, die ihre Halbwertszeit noch nicht erreicht haben?
Ja, darauf achten wir besonders. Es gibt Fälle, in welchen wir eine Anlage auf ein Dach montieren, das älter als 25 Jahre ist. Das sind aber Dächer, die besonders gut erhalten sind.

Gibt es bestimmte Dachtypen, die für Solaranlagen ungeeinget sind?
Auf Dächern mit Bieberschwanz-Ziegeln oder Überdachungen mit einfach verlegtem Schiefer-Eternit bringen wir bei good-E keine Solaranlagen an. Mehrheitlich sind die Dächer aber mit einem anderen Material bedeckt.

Die einzelnen Solarpanels werden auf Aluminiumschinen montiert.

Als good-E-Projektleiter gehst du zu den Kunden und klärst vor Ort die Bedingungen ab, um danach die verbindliche Offerte auszustellen. Steigst du bei jedem Kunden auf’s Dach?
Das ist nicht notwendig. Die allermeisten Dächer lassen sich entweder vom Grundstück oder einem benachbarten Haus aus genau einschätzen. Auch bezüglich Dachfläche muss ich nicht auf’s Hausdach steigen; anhand der Fassadenbreite und der Höhe des Daches kann ich die für die Solaranlage zur Verfügung stehende Gesamtfläche berechnen.

Du hast mir im Vorgespräch erklärt, die Solaranlage eines Einfamilienhauses sei innerhalb von drei bis vier Tagen aufgestellt und betriebsbereit. Ist die Montage immer so einfach?

Eine Solaranlage besteht aus drei Elementen: den Solarpanels, der Unterkonstruktion aus Aluminium und den Leitungen, die den erzeugten Strom bis in den Keller leiten. Das lässt sich im privaten Bereich alles in sehr kurzer Zeit montieren.

Ich gehe davon aus, dass die Befestigung der Unterkonstruktion den aufwändigsten Arbeitsschritt darstellt, richtig?
Die sogenannten Dachhaken aus Aluminium müssen durch die Konterlattung hindurch auf die Dachsparren geschraubt werden. Hierzu schroten wir jene Ziegel aus, durch die die Dachhaken verlaufen müssen, damit sie auf dem Sparrenraster liegen. Vereinfacht gesagt, fräsen wir Ausschnitte in die Ziegel und schaffen Raum, damit die Dackhaken zwischen den Ziegeln hindurch fest auf die Sparren verschraubt werden können. An diese Haken befestigen wir die Aluminiumschienen, auf welche schliesslich die Solarpanels verlegt werden. Diese werden seriell miteinander verbunden, ihre Kabel führen wir unterhalb der Modulfelder an den Schienen. Zu Gruppen zusammengefasst werden diese Kabel dann in einem kleinen Rohr entlang der Fassade zum Wechselrichter im Keller geleitet – meistens kaum sichtbar neben dem Regenabflussrohr.

Ein Monteur befestigt ein Panel an die Schiene, diese wird mit Dachhaken an den Sparren befestigt.

Welche weiteren Installationen müssen vorgenommen werden, damit die Anlage in Betrieb genommen werden kann?
Die Elektrizitätswerke müssen den Stromzähler austauschen und ein Elektriker muss die Anlage vom Wechselrichter an die Hauptverteilung anschliessen. Die Solaranlage setzt einen Zähler voraus, der messen kann, wie viel Strom nicht vor Ort verbraucht wird und ins Netz eingespiesen werden kann. Das heisst, es braucht einen Zähler, der nicht nur misst, wie viel Strom der Haushalt überhaupt noch vom öffentlichen Netz bezieht, sondern ebenso aufzeichnen kann, wie viel vom produzierten Solarstrom ins Netz abgegeben wird.

Ein Arbeier befestigt das Kabel an der Aluminiumschiene.

Wer bei good-E online das Formular ausfüllt und die Offerte anfordert, erhält diese innert Minuten. Danach ist der Kunde eingeladen, eine Anzahlung zu leisten, um ein verbindliches Angebot zu erhalten. Gehe ich richtig in der Annahme, dass diese Anzahlung nur den Aufwand von good-E deckt, um vor Ort die Installationsbedingungen zu überprüfen?
Genau. Erst wenn wir vor Ort waren, können wir ein verbindliches Angebot ausstellen und sicherstellen, dass der Kunde ein preisgünstiges, qualitativ hochwertiges und auf seine Verhältnisse zugeschnittenes Angebot erhält.

Esther Rohrbach und Patrick Wisler waren ausgesprochen zufrieden damit, wie good-E das Projekt bei ihnen abgewickelt hatte, und wie schnell die Anlage montiert war. Sie hatten doch einfach Glück, dass sie unter den ersten waren, die eine good-E-Anlage erhielten.
Hohe Qualität ist bei uns im Handwerk wie im Service Standard. Wir wollen, dass der Kunde nicht länger als 10 bis 12 Wochen nach Auftragserteilung warten muss. In der Regel reicht diese Zeit aus, damit wir die entsprechenden Bewilligungen einholen und die Montage vorbereiten können. Schliesslich wollen wir doch, dass möglichst viele Kunden so schnell wie möglich ihren eigenen, umweltfreundlichen und günstigen Solarstrom produzieren können.

© by Samuel Trümpy
Tags: Gian André Krieg good-E Helion Solar AG IKEA Solaranlagen

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