Neue Konzepte fürs Wohnen: Wie wollen wir im Jahr 2030 wohnen und leben?

Neue Konzepte fürs Wohnen: Wie wollen wir im Jahr 2030 wohnen und leben?

Text von Philip Stevens, erstmals veröffentlicht auf designboom.com

SPACE10 — das externe Labor von IKEA für zukünftiges Wohnen — hat begonnen, Co-Living-Konzepte als mögliche Lösungen für Probleme wie rasche Verstädterung, Vereinsamung und zunehmender Mangel an erschwinglichem Wohnraum zu erforschen und entwerfen. Angesichts der stetig wachsenden Städte rund um den Globus wird erwartet, dass bis zum Jahr 2030 knapp 70% der Weltbevölkerung in Städten wohnen werden. Einige Experten sagen voraus, dass fast zwei Milliarden Menschen — ein Fünftel der Weltbevölkerung — jedoch keinen Zugang zu angemessenem und erschwinglichem Wohnraum haben werden.

Städte rund um den Globus wachsen so rasant wie nie zuvor

Als Antwort darauf hat SPACE10 damit begonnen, neue Arten von gemeinsam genutzten Wohnräumen zu entwerfen. «Unsere Städte waren noch nie so attraktiv für so viele Menschen», sagt Guillaume Charny-Brunet von SPACE10. «Aber vor dem Hintergrund rasanter Verstädterung, astronomischer Wohnpreise, schrumpfender Wohnräume und zunehmender sozialer Vereinzelung wird ‹sharing› zu ‹caring› – mehr denn je. Co-Living ist nichts Neues, aber da sowohl Raum als auch Zeit zunehmend Luxusgüter sind, muss dieses Konzept neu aufgemöbelt werden.»

Um das Potenzial von Co-Living auszuschöpfen und das Leben von Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern weltweit zu verbessern, hat sich SPACE10 mit dem Designer-Duo Anton & Irene aus New York zusammengetan. Unter dem Titel «one shared house 2030» wurde das spielerische Forschungsprojekt als ein Anmeldeformular für einen potenziellen Co-Living-Wohnraum konzipiert, der im Jahr 2030 eröffnet wird. Das Online-Formular, das hier livegeschaltet ist, befragt Interessentinnen und Interessenten nach Haushaltsgegenständen und Dienstleistungen – einschliesslich Küchen, Arbeitsräumen, smarten Geräten, Kinderbetreuung und selbstfahrenden Autos –, die sie gerne mit anderen teilen möchten, und welche Art eines Co-Living-Wohnraums ihnen am liebsten wäre.

Um das Co-Living-Potenzial zu erforschen, taten sich SPACE10 und Anton & Irene zusammen

Das spielerische Forschungsprojekt trägt den Titel «one shared house 2030»

«One shared house 2030 ist ein spielerisches Forschungsprojekt, bei dem mithilfe einer kollaborativen Umfrage Erkenntnisse über die Zukunft des Co-Living gewonnen werden sollen», sagt dazu Irene Pereyra von Anton & Irene. «Die Betrachtenden durchlaufen einen Prozess, bei dem sie vorgeben, sich für einen Co-Living-Wohnraum im Jahr 2030 anzumelden, und dabei geben sie uns ihre Vorlieben bezüglich ihrer unmittelbaren Wohnumgebung bekannt. Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, welche spezifischen demografischen Gruppen welche Art von Wohnen bevorzugen. Die von uns gesammelten Daten sind open-source, für alle kostenlos nutzbar und vollkommen anonymisiert.»

«IKEA ist ein neugieriges Unternehmen, und wir sind ständig dabei, neue Wege zu erforschen, wie wir unsere Gesamtvision – einen besseren Alltag für die vielen Menschen zu schaffen – umsetzen können», meint dazu Göran Nilsson, Manager IKEA Concept Innovation. «Das Unternehmen wurde damals mit dem Ziel gegründet, den Menschen ein gut konzipiertes, schönes Zuhause zu bieten – auch den Menschen, die sich keine Designer-Möbel leisten können. Jetzt aber wollen wir damit experimentieren, wie wir unsere Grundsätze des Demokratischen Designs, das Form, Funktion, Qualität und Nachhaltigkeit – und dazu einen günstigen Preis – umfasst, auf neue Bereiche ausdehnen können. In dieser Hinsicht liegt eine unserer Meinung nach interessante Gelegenheit dazu im Zuhause selbst.»

Tags: co-living designboom IKEA Space10

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